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25. München-Marathon
am 10.10.2010

als Pumuckl barfuß zugunsten des Laufclub Down-Syndrom Marathonstaffel e. V. SPENDENSAMMLER GESUCHT!

Zum Veranstalter bzw. zur Ausschreibung:  anzeigen
 
Beschreibung der Veranstaltung: 

Mit Pumuckl Spenden sammeln

Am 10. Oktober 2010 wird nun bereits zum sechsten Mal in Folge eine Spendenaktion während des München-Marathons stattfinden. Wie bereits in den beiden letzten Jahren, so kommt auch der diesjährige Erlös dem von Anita Kinle gegründeten Laufclub Down-Syndrom Marathonstaffel e. V. zugute.

Wer mit Pumuckl und seinen maskierten Freunden in der bayerischen Landeshauptstadt in den Bewerben Marathon, Halbmarathon oder 10 km-Lauf entlang der Strecke von den Zuschauern Spenden sammeln möchte, der meldet sich bitte bis spätestens 29. September 2010 bei mir an. Jeder Teilnehmer an der Spendenaktion bekommt einen Freistart vom Veranstalter. Einzige Bedingung: Verkleiden!

Zur Online-Anmeldung.

Hier das Anmeldeformular als Word-Dokument.

Ich freu’ mich auf Deine Teilnahme!

 

 
Mein Bericht:  

 … und plötzlich ist wieder München-Marathon und ein paar Menschen sind etwas glücklicher.
oder
"Kopf hoch und lächeln!"

Über fünf Jahre ist es nun her, dass mich die Veranstalter vom München-Marathon zu einer Benefizaktion in die bayerische Landeshauptstadt einluden. Am 9. Oktober 2005 durfte ich erstmals zusammen mit anderen Läufern Spenden entlang einer Laufstrecke sammeln. (Als ob's erst letzte Woche gewesen wäre.) Viele dieser Marathon-Spendenaktionen folgten. Inzwischen kennt man Pumuckl und seine sozial engagierten Freunde auch in Würzburg, Fürth, Karlsruhe und Freiburg.

In diesen fünf Jahren erlebte ich so einiges beim Spendensammeln und drumherum. Ich hatte unzählige, eigentlich nur positive Erlebnisse. Emotionen und Gefühle, die ich oft hautnah mitbekommen durfte, brannten sich tief in mir ein. Was wäre mir alles entgangen, hätte ich nie diesen Weg gewählt, wäre ich nie Läufer geworden? Ich bin sehr, sehr dankbar für jede einzelne dieser gemachten Erfahrungen, für jede einzelne Bekanntschaft, für jede einzelne dadurch entstandene Freundschaft.

Wenn man glaubt, man kennt schon alles und man hätte in knapp 20 Jahren als Läufer so gut wie alles erlebt, dann wird man doch immer wieder eines Besseren belehrt. So war auch dieses Wochenende in München wieder etwas ganz Besonderes, etwas unvergleichlich Einmaliges.

Am Samstag begann es bereits mit dem Trachtenlauf. Es herrschte eine tolle Stimmung entlang der 4,5 Kilometer langen Laufstrecke. All die Trachten und Verkleidungen erinnerten spontan an Karneval in Köln (wo der barfüßige Kobold 1999 seinen Einstand feierte). Dann noch die zwei Blaskapellen dazu … Also dieser Samstagvormittagslauf gehörte aus meiner Sicht schon bei seiner Premiere zum festen Bestandteil des München-Marathons (genauso wie die obligatorische Halbe Bier für Pumuckl am ersten Verpflegungsstand bei Kilometer sieben einen Tag später  ).

Auch dass sich mit 18.000 Leuten die Teilnehmerzahl in München beinahe verdoppelt hat, und das quasi übernacht, ist eine nie dagewesene Besonderheit. Ja, das hat diese Stadt, dieser Marathon und vor allem dieser Veranstalter verdient. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Läuferschar nach dem Jubiläumsmarathon auch in den kommenden Jahren auf breiter Front in der bayerischen Landeshauptstadt versammeln wird.

Nun aber zu dem, was mich am Wochenende am meisten bewegte. Schon bei unserem Treffen am Sonntagfrüh war diese Herzlichkeit und Wärme (obwohl es saukalt war vor der Event Arena) zwischen den Mitgliedern der Down-Syndrom-Marathonstaffel und den Spendensammlern – übrigens 21! an der Zahl – zu spüren und auch nicht zu übersehen. Es menschelte in hohem Maße. Genau in diese Runde gesellte sich zur Begrüßung dann noch Veranstalter Gernot Weigel. Damit zeigte uns Gernot, wie sehr er und sein Team hinter uns und unserer Spendenaktion, einfach hinter unserem Dabeisein, stehen. Ich kann mich nur stets wiederholen, aber ohne Gernot Weigel, Uschi Moses und Laura Bauer würde es wohl bis heute keine Marathon-Spendenaktionen vom barfuß laufenden Pumuckl geben. Erst die drei haben dies möglich gemacht. Vielen herzlichen Dank dafür! Wenn Zeitgenossen wie Ihr die Ausrichter meines Heimatmarathons sind, bin ich glatt ein wenig stolz, Bayer zu sein.

Nun zu Euch, meine lieben Spenden sammelnden Freunde. Es war sehr bewegend für mich zu sehen, wie selbstverständlich Ihr – manche ja zum ersten Mal – auf die Leute zugegangen seid und um Unterstützung für den Laufclub 21 batet. In Euren farbenfrohen und sehr gelungenen Kostümen habt Ihr aber nicht nur richtig gut Reklame für Anitas Verein gemacht, sondern den Menschen entlang und auf der Strecke viel Freude bereitet. Das war wirklich 1A-Werbung fürs Laufen! Und falls Ihr mal wieder einen Wettkampf auf Zeit absolvieren wollt und Eure Kostüme dafür geeignet sind, dann macht das ruhig mal in Verkleidung. Ihr werdet sehen, um wie viel leichter es sich dann rennt. Die Zuschauer werden Euch ins Ziel tragen.

Aus der Münchner Marathon-Spendenaktion nicht mehr wegzudenken sind Klaus Halama und seine skatenden Freunde. Schon im Vorfeld ist es stets gut zu wissen, Euch wieder dabei zu haben. Ihr seid nicht nur uns Benefizläufern eine große Hilfe, sondern auch all denen, die sich im hinteren Bereich des Feldes bewegen und von Eurer Musik und Eurer Anwesenheit gepusht werden. Auch Eurem Engagement hat der Laufclub 21 die schöne Spendensumme von 2.529 € zu verdanken.

Und das, was wohl am beeindruckendsten für mich war an diesem Tag: Ich durfte bei einem Stück Geschichte dabei sein! Natürlich haben an diesem Tag nicht nur Mitglieder des Laufclub 21 ihren ersten Marathon erfolgreich beendet. Deshalb gebührt erst mal Euch allen, die es geschafft haben, mein großer Respekt. Ich weiß genau, was Ihr geleistet habt. Meinen ersten – der war am 26. Mai 1991, dem bis heute schlimmsten Tag in meinem Leben – hab ich nie vergessen. Denjenigen, die nicht ins Olympiastadion kamen, sei gesagt, es gibt Wichtigeres, als (Marathon) zu laufen. Was diesmal nicht ging, kann schon beim nächsten Versuch klappen. Es ist nie zu spät, Marathonläufer zu werden.

Für Christian Hirsch allerdings gab’s diesen Sonntag nichts Wichtigeres. Er wollte München als Marathonmann verlassen, und Chrissi hat sein Ziel erreicht. Nun gilt er als dritter Mensch mit Down-Syndrom weltweit und als erster Deutscher, der die klassische Distanz bewältigt hat. Doch er hat es nicht für sich selbst geschafft. Chrissi ist sicher auch für seine Familie gelaufen, für seinen Coach Bernd und seinen Begleiter Tilo und für Anita, für sein ganzes Umfeld, wozu natürlich der gesamte Laufclub 21 zählt, für all seine Freunde mit und ohne Down-Syndrom. Und Chrissi hat das einst für unmöglich Gehaltene auch für so viele andere möglich gemacht, die unter ähnlichen Bedingungen leben wie er. Wie bereits zuvor Simon Beresford und Simon Federer hat Christian Hirsch gezeigt, dass man mit Ehrgeiz, Disziplin und Willen bislang unüberwindbare Mauern zum Einsturz bringen kann. Und weil es noch jede Menge dieser Mauern gibt, brauchen wir noch viele Vorbilder wie die drei Genannten.

Lieber Chrissi, ich hab Dir ja bereits gesagt, dass ich nie daran gezweifelt habe, dass Du Dein Marathonvorhaben erfolgreich beenden wirst. Was ich Dir allerdings nicht sagte: Vielen, vielen Dank, dass ich Dich auf den letzten Kilometern Deines Weges hin zum Marathonmann begleiten durfte. Ein ganz besonderer Dank noch dafür, dass Du auch für meine Spendensammler und mich gelaufen bist. Du hast uns wieder vor Augen geführt, wie sehr unser Engagement Sinn macht. Wenn Du und all die anderen, für die wir uns seit Jahren einsetzen, ein wenig glücklicher dadurch sind, so sind wir es auch. Ich wünsche Dir, lieber Chrissi und allen aus Deinem Verein, noch viele erfolgreich zu Ende gebrachte Läufe. Und denk immer dran:

„Kopf hoch und lächeln!“


   
Spendenerlös: 2.529,00 €
   
Bilder:
(Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.)
   
Weitere Links:  
      Laufbericht  Teil 1 von Anita Kinle mit Links zu zahlreichen Fotos anzeigen
      Laufbericht  Teil 2 von Anita Kinle anzeigen
      Pressebericht  von "The Running Company" anzeigen